Streckenflug Hochries-Kössen

Die Hochries ist nicht nur für Hausbergflieger ein reizvoller Berg, auch für kleinere Strecken, bietet er einen tollen Ausgangspunkt. Für Einsteiger ins Streckenfliegen bietet der Berg Flüge in alle Himmelsrichtungen, natürlich abhängig von der Wetterlage. Bei Südlagen ist es durch die nordwestlich und nördlich gelegenen Startplätzen nicht möglich zu starten. Bei leichten Ostlagen ist es möglich, aber nicht zu empfehlen!

Eine kleine Strecke, die immer wieder gerne von der Hochries geflogen wird, geht von der Hochries, über die Klausen und Spitzsein zum Mühlhörndl und Geigelstein und von da über das Lochner Horn oder Brennkopf nach Kössen und wenn möglich wieder zurück, auch wenn das Zurückkommen nicht ganz einfach ist.

Mit dieser Seite möchte ich die Strecke kurz vorstellen.

Start an der Hochries:

An den nach Norden und Nord-Westen ausgerichteten Startplätzen löst die Termik leider meist erst nach 12:00 Uhr aus, so sind längere Streckenflüge mit einer Heimkehr Option eher eine Seltenheit.

Startplatz Nord-West

Nach dem Start drehst du im Hausbart, oder auf der ganzen Nordseite  des Hochrieskams, vom Feichteck bis zum Riesenberg, auf mindestens 1.800m auf, besser ist es natürlich bis zur Basis aufzudrehen. An guten Tagen liegt sie zwischen 2.300m und 2.800m. Du kannst das Wegfliegen immer wagen, wenn du über der Klausen die erste Wolkenbildung beobachtest, dann fliegst du Richtung Süden, über das Trockenbachtal, zur Klausen.

Blick von der Hochries zur Klausen und Spitzstein

Auf dem Weg zur Klausen sind selten Thermiken eingelagert, die du dann aber mitnehmen solltest, wenn du an der Hochries tief abfliegst.

Kurz vor der Klausen mit Blick zum Mühlhörndl und Geigelstein

Öfter ist die erste Thermik schon vor oder auf dem Plateau der Klausen zu finden, wenn nicht fliegst du ein bisschen über das Plateau hinaus und suchst am flachen Grad entlang, Richtung Spitzstein. Durchaus kann es bis zum Spitzsten dauern, den du auf der Ostseite umfliegst um auf die Südseite zu kommen. Findest du auf dem Weg wirklich nichts, kannst du im Priental immer sicher landen. Machst du Höhe, dann geht es mit einer Querung des Prientals weiter, also Richtung Südosten zum Mühlhörndl und Geigelstein.

Talquerung zum Mühlhörndl und Geigelstein

Visiere das Mühlhörndl an und fliege den Grad an der Nordseite entlang, wenn du tief ankommst. Auch unterhalb des Grades kannst du dicht halten, das Talwindsystem des Prientals lässt dich selten tief absinken. Dann heißt es aber Geduld zu haben, um mit einer eingelagerten Thermik deutlich über die Kante zu kommen und aufzudrehen.

Kommst du deutlich über dem Grad an, kannst du ein bisschen mehr auf der Südseite suchen, achte aber darauf nicht zu tief zu kommen, dann wird es nämlich unruhig und du musst auf einen Leebart hoffen. Ansonsten kannst du durchaus bis zum Geigelstein fliegen, der ist thermisch meist aktiv.

Machst du in diesem Gebiet Höhe kannst du dich auch noch entscheiden, über die Rossalm, den Tauron,  die Dalsen Alm, der Sonnwendwand zur Kampenwand und mit einer langen Talquerung über Aschau Richtung Riesenberg zu fliegen, um dann am Landeplatz der Hochries zu landen. Dies ist im übrigen meine kleine Standard-Route, wenn ich frühzeitig wieder zu Hause ankommen will.

Blick vom Geigelstein zum Lochner Horn, im Hintergrund Kössen

Willst du weiter Richtung Kössen, fliegst du eine der drei nach Süden abfallenden Rippen entlang. Am Ende der mittleren erwartet dich das Lochner Horn und etwas weiter rechts der Walchsee. Auf diesem Weg sind immer wieder Thermiken die dich hoch bringen, so dass du mühelos das Unterberghorn, das Kössner Flugmekka erreichst.

Unterberghorn – Kössen

Am Unterberghorn angekommen,  machst du wieder Höhe, quälst dich durch den Pulk der Kössner Flieger und fliegst entweder weiter, Richtung Pinzgau oder zurück an die Hochries.

Vom Unterberghorn der Blick zurück zum Geigelstein und Hochries

Jetzt kommt der schwierigere Teil, das ist der Weg zurück an die Hochries, den du in den meisten Fällen gegen den Wind fliegst. Nach einer deutliche Gipfelüberhöhung am Unterberghorn (mache hier unbedingt maximale Höhe) fliegst du zurück über das breite Tal, Richtung Nordwesten und orientierst dich an den vorgelagerten Hügeln mit dem höchsten Punkt, dem Riedlberg. Dort kommst du meist nur wenig über Gradniveau an, so dass du am Grad entlang, Richtung Westen zum Walchsee die Thermik suchen musst, teilweise stehen die Bärte auch etwas nördlich. In diesem Bereich heißt es Geduld zu haben, oft machst du nur ein paar Meter und suchst dann weiter nach einem neuen Steigen, bis endlich ein Bart durchzieht. Außerdem sind die Bärte in diesem Gebiet von unter heraus sehr bockig. Meist steht aber ein Bart am Ende der Hügelkette, nördlich vom Walchsee, wenn der aber nicht zieht, gehst du landen. Übrigens ist die letzte Chance, zumindest zum Landeplatz in Kössen zu kommen, bei einer Abflughöhe von 900m am östlichen Teil der Hügelkette, nicht am Walchsee! Der Talwind aus Westen unterstützt dich dabei.

Blick vom Riedlberg nach Norden ins Geigelsteingebiet, im Hintergrund die Hochries

Hast du einen Bart gefunden musst du unbedingt wieder maximale Höhe machen, bevor du dich Richtung Norden in das Geigelsteingebiet wagst. Oft reichen 2000m nicht aus in diesem Gebiet Thermik zu finden, du kannst aber an testen, ob du etwas findest. Je höher du hinein fliegst, desto weiter kannst dich vor wagen um die nächste Thermik zu finden. Wenn nicht, musst du umdrehen und an den Hügeln wieder aufdrehen, klappt das auch nicht, dann geht´s ab zum Landeplatz in Kössen, dort findest du immer jemanden der dich zurück zur Hochries fährt.

Findest du im Geigelsteingebiet eine Thermik, mach wieder maximale Höhe und fliege dann weiter bis zum Geigelstein um dort wieder aufzudrehen und über die Rossalm, den Tauron,  die Dalsen Alm, der Sonnwendwand zur Kampenwand zu fliegen. Von dort gibt es dann wieder eine größere Talquerung, Richtung Riesenberg, den du aber selten ohne vorherigem Aufdrehen erreichst. Dann heißt es entweder an der Hofalm oder Sagberg Thermik zu finden, sonst landest du im Priental an der Straße von Frasdorf nach Aschau, oder du versucht dich um den Riesenberg herum zu schwindeln, eventuell auch noch um den Schwarzenberg. Kommst du aber zu tief sind die Landemöglichkeiten rar.

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